Corona Blog Tag 7 – Routinen sind gut

Immer die gleiche Routine…Tag ein Tag aus…das ist sooooo langweilig und spießig. Das zumindest war Zeit meines Lebens meine persönliche Haltung zu routinemäßigen Abläufen. Das hat sich bei mir aber bereits seit mindestens zwei Jahren massiv geändert. Nicht erst seit ich Business-Ratgeber lese weiß ich, dass Routinen nicht langweilig sind, sondern einem das Leben enorm vereinfachen können. Routinen helfen überhaupt bestimmte Ziele erst zu erreichen und gewisse Aufgaben relativ leicht zu erledigen. Denn über Routinen müssen wir irgendwann nicht mehr nachdenken, wir erledigen sie im Grunde automatisch. So wie Zähneputzen. Daran muss man die meisten Menschen (unser Kind mal ausgenommen) nicht ständig erinnern. Das passiert automatisch.

Als unser Kind 2018 eingeschult wurde und es klar war, dass wir nun regelmäßig deutlich früher als üblich aufstehen müssen, begann ich damit eine Morgenroutine zu entwickeln. Ob ich um 6:15 oder um 5:15 aufstehe macht für die Müdigkeit bei mir keinen nennenswerten Unterschied, aber ich habe deutlich mehr Zeit um in Ruhe und ohne Hektik in den Tag zu starten. Also habe ich damit begonnen, jeden Morgen gewisse Dinge immer wieder zu wiederholen, bis sie “automatisch” abliefen.

Natürlich habe ich diese Routine mit der Zeit immer mal etwas abgewandelt und angepasst, aber im Kern ist sie gleich geblieben. Aufstehen, Zähne Putzen, Wasser trinken, Yoga/Stretching, HIIT-Training, lesen oder Hörbuch anhören, Kind wecken, Frühstück machen etc. Der Tag beginnt ganz anders. Es fühlt sich auch viel besser an. Du hast schon was getan, etwas erledigt.

Es hat natürlich einige Zeit gedauert, aber irgendwann fühlt es sich komisch an, wenn diese Routine mal durchbrochen wird (z.B. in den Ferien). Die Wissenschaft sagt, dass es im Durchschnitt 66 Tage braucht, um eine Routine zu entwickeln. Danach denkst Du nicht mehr darüber nach, sondern es passiert einfach. Es ist auch komplett egal, ob es nun 66 Tage, 90 Tage oder 101 Tage sind. Fakt ist, es braucht eine gewisse Zeit, aber dann läuft´s.

Aber warum erzähle ich das eigentlich? Ganz einfach: Weil Routinen gerade in dieser Zeit umso wichtiger sind. Alles hat sich verändert. Das “normale” Leben existiert im Augenblick nicht mehr und das muss man erst mal auf die Kette bekommen. Kind und Frau sind jetzt ständig zuhause, physische Sozialkontakte auf Null reduziert. Das ist auch in unserer generell komfortablen Situation eine gewisse Herausforderung. Wenn man nichts muss, wird man schnell träge. Dagegen helfen Routinen.

Deshalb stehen wir täglich zur gleichen Uhrzeit auf (ok, um 7:00 statt um 5:15), folgen unseren Morgen-Routinen und ab 9:00 ist Homeschooling angesagt. Denn auch unserem Kind muss klar sein, das sind keine Ferien, sondern einfach ein anderer Alltag (blödes Wort). Und es hilft. Der Tag fühlt sich strukturierter an, sinnvoller, wenn man es so nennen will. Man fragt sich am Ende des Tages nicht: Was ist heute eigentlich gewesen?

Also ich mag Routinen.