Corona Blog Tag 4 – Hausaufgaben, Gartenarbeit und Facebook Bilder

Heute morgen hat der Klassenlehrer schon wieder Hausaufgaben per E-Mail geschickt. Harte Taktung, wenn man nicht damit gerechnet hat. Nachdem wir jetzt etwa drei Tage hinterher hängen, müssen wir am Wochenende wirklich mal loslegen. Lailas Erstverständnis hält sich in Grenzen (“Ich hab doch Ferien”). Muss ihr klar machen, dass das eben KEINE Ferien sind und was genau der Unterschied zwischen “nicht zur Schule gehen müssen” und “nicht zur Schule gehen dürfen” in dem Zusammenhang bedeutet. Wie so oft quittiert sie meine Erklärung mit einem halb-überzeugten “na guuut”. Immerhin besser als Gemaule.

Heute wieder Gartenarbeit. Hecke schneiden. Während ich auf der Leiter mit einer benzinbetriebenen Heckenschere hantiere, versucht Hela mich vor dem Absturz zu bewahren. Es gelingt und ich überlebe die waghalsige Aktion. Aber der Sonnenschein trügt und nach einer halben Stunde sind uns die Ohren fast abgefroren. Also ab ins Warme.

Also mache ich ein paar Produktfotos und baue an der Website für unser #colorsagainscorona Projekt, über das ich bereits gestern berichtet habe. Ich schätze morgen stelle ich die Website online.

Etwas Überhand nehmen wir langsam diese Facebook Profilbilder mit Hinweisen wie #stayathome #bleibzuhause und die “Gegenreaktionen” #ichkannnichtzuhausebleibenweilichkrankenschwesterbin oder #icharbeitefüreuch. Plötzlich scheint jeder der Meinung zu sein, dass er seinen Mitmenschen sagen muss, was Sie tun sollen und diese reagieren mit einer Art Rechfertigung, warum sie es nicht tun (können). Und schon sind wir wieder sehr nahe bei den gestern erwähnten Hexenjagden.

Ja, es ist unverständlich, warum laut einer statistischen Erhebung eines statistischen Institus, dessen Namen ich gerade vergessen habe, immer noch rund 50% der Deutschen nicht so ganz verstehen wollen, warum sie mit ihrem Arsch möglichst zuhause bleiben sollen. Die haben den Einschlag offenbar nicht mitbekommen, was mir nur mit Dummheit, Ignoranz oder Mirdochegal-Mentalität zu erklären ist. AUF-WA-CHEN…jemand zuhause?

Dennoch gibt es selbstverständlich auch jede Menge Menschen, die mal besser nicht zuhause bleiben (Med. Personal, Polizei, Post, Supermarkt etc.pp), damit wir nicht alle im Chaos versinken. Ebenso klar ist es, dass ich zum Einkaufen raus MUSS. Der Tegut kommt nicht zu mir (noch nicht).

Aber muss man das denn wirklich mit bunten Stickern, deren Verwendung fast an ein Autoquartett erinnern (wer hat mehr PS) kund tun? Braucht Ihr denn wirklich den mahnenden Finger auf der einen und die Rechtfertigung auf der anderen Seite? Mittlerweile sehe ich bereits welche, die nicht nur den unteren Teil ihres Bildes für Textbotschaften nutzen, sondern auch gleich noch einen umlaufenden Text. Denächst vermutlich noch mit Glitzersternchen und Tusch, aber was weiß ich was man sich noch einfallen lassen wird. Komischer Trend.